Kandidaten & Kandidatinnen

Europawahlen 2019

51 Joer
Europadéputéiert
Presidentin Multiple Sclérose Lëtzebuerg

Tilly Metz


Im Vorfeld der Europawahlen heißt es immer wieder, dass wir vor einer Schicksalswahl stehen. Wie siehst Du das?

Der Brexit und die Rückkehr des Nationalismus in einigen Mitgliedstaaten Europas stellt die Europäische Union vor große Herausforderungen. Wir werden uns bewusst, dass die EU auch scheitern kann. Dabei ist für mich eines klar: wenn wir uns in Europa auseinander treiben lassen, dann gewinnen Parteien die Oberhand, die nicht nur die EU, sondern auch unsere Verbraucherrechte, sowie Umwelt- und Sozialstandards schleifen möchten. Wie nie zuvor ist diese Europawahl daher eine grundlegende Richtungsentscheidung, bei der man klar Position beziehen muss: nur mehr Grün bedeutet, dass Braun keine Chance hat, unsere Lebensqualität, unsere Umwelt und unsere persönlichen Freiheiten zu untergraben. Grün setzt die richtigen Prioritäten.

Welche Prioritäten sind das Deiner Meinung nach?

Ich sehe in Sachen Sozial- und Gesellschaftspolitik noch Defizite in der EU. Wir müssen dafür sorgen, dass der soziale Zusammenhalt überall in Europa gestärkt wird. Ich bin überzeugt davon, dass wir Skeptiker wieder von Europa begeistern können, wenn die Europapolitik dafür sorgt, dass ihre Lebensverhältnisse besser werden. Dafür brauchen wir unter anderem starke soziale Mindeststandards, die Sozial- und Lohndumping verhindern. Daneben müssen wir auch an einer stärkeren Inklusion arbeiten, damit alle Menschen einen Platz in unserer Gesellschaft haben, egal wo sie herkommen und wie sie sind, ob mit oder ohne Beeinträchtigung. Anders sein, ist ein Reichtum für unsere Gesellschaft, und nicht ein Problem. Ich werde mich dafür einsetzen, dass dies überall in Europa anerkannt wird.

Das nächste Europaparlament wird sich auch intensiv mit der Gemeinsamen Agrarpolitik auseinandersetzen müssen. Welche Reformen sind Deiner Meinung nach nötig?

Die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union hat viel zu stark auf die Industrialisierung und Export-Orientierung der Landwirtschaft gesetzt. Den Landwirten wurde versprochen, dass sie in immer größere Ställe investieren sollen und dass sich neue Absatzmärkte in Fernost erschließen werden. Die Realität ist allerdings eine andere: die Landwirtschaft ist riesigem Druck ausgesetzt, einerseits durch das Preisdumping der Discounter und andererseits durch die globale Konkurrenz. Ich setze mich für einen Paradigmenwechsel ein, für eine Landwirtschaft, in der die Betriebe von ihrer Arbeit gut leben können und in der hohe Umwelt-, Klima- und Tierschutzstandards auch von der Gesellschaft und der Politik respektiert und entlohnt werden.

 

Méi Europa bedeit méi Ëmwelt- an Déiereschutz, manner Gëft an eisem Iessen a manner Sozialdumping.

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